Mini-Solaranlage für Garten(haus) oder Balkon - Förderung

Mini-Solaranlage für Garten oder Balkon

Durch die Erhöhung der Strompreise 2022 und den Klimawandel gibt es immer mehr Nachfrage nach Mini-Solaranlagen für Garten oder Balkon, um klimafreundlichen Solar-Strom auf dem eigenen Balkon oder im Garten zu produzieren.
Lohnt sich das, gibt es auch Fördermöglichkeiten für kleine Solaranlagen auf Balkon, Garten oder Gartenhaus und wie funktioniert das?

Mini-Solaranlage für Garten oder Balkon

Das Thema Mini-Solaranlage für Garten oder Balkon ist nicht erst bei steigenden Strompreise ein Thema. Die Nachfrage ist hoch, einige Module wie von Priwatt oder Canadian Solar, Hoymiles oder Deye Solar oder TSUN sind ausverkauft oder haben lange Lieferzeiten. Wer sich die Wirtschaftlichkeit durchrechnet, wird schnell merken, das lohnt sich.
Doch der Reihe nach.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es 2022?

  • Die schlechte Nachricht: das hängt von Ihrem Bundesland ab.
  • Die gute Nachricht: es gibt zunehmend mehr Förderungen. Stichwort sind sogenannte Stecker-Solargeräte, also Solaranlagen mit einem (Wieland)-Netzstecker.

Mecklenburg-Vorpommern hat als erstes Bundesland im Sommer 2022 ein Förderprogramm angekündigt: Ministerpräsidentin Manuela Schwesig stellte auf dem Energiegipfel in Rostock eine Fördersumme von 30 Millionen Euro für Stecker-Solargeräte in Aussicht. Aber auch immer mehr Kommunen, Bundesländer oder Regionalverbände fördern die Anschaffung von Mini-Solaranlagen für Balkon oder Garten durch Zuschüsse in Höhe von einigen hundert Euro.

Eine Mini-Solaranlage für Garten oder Balkon könnte sich jedoch auch ohne Förderung schnell amortisieren. Vergleichen Sie dazu spezielle Solarkredite zur günstigen Finanzierung.

Lohnt sich eine Mini-Solaranlage?

„Die kleine Schwester der großen Photovoltaikanlagen öffnet die Tür für den privaten Verbraucher, seinen eigenen Beitrag zur Energiewende und zur Einsparung von CO2 zu leisten.“

– Melanie Unseld vom „Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.“

Stecker-Solaranlagen für Balkon oder Garten findet man bereits ab 250 Euro, leistungsstärker sind aber meist Anlagen ab 800 Euro. Die jährliche Ersparnis liegt je nach Sonneneinstrahlung und Lage des Solarmoduls bei bis zu 200 Euro. Je nach Strompreis und Förderung würde sich die Installation bereits im zweiten oder dritten Nutzungsjahr lohnen. Ein Stromspeicher für solche Mini-Solaranlagen lohnt in der Regel nicht.

Mit einem Stecker-Solarmodul mit ca. 380 Watt Leistung, das auf einem Balkon ohne Schatten Richtung Süden ausgerichtet ist, produziert man jährlich etwa 250 Kilowattstunden Strom. Dies entspricht dem jährlichen Stromverbrauch einer Waschmaschine und eines Kühlschranks in einem Zwei-Personen-Haushalt. Bei einem Strompreis von 33 Cent ist das eine Ersparnis von 65 Euro. Größtenteils lassen sich auf einem Balkon oder im Garten jedoch zwei oder mehr Module anbringen – in diesem Fall verdoppelt sich dann die jährliche Ersparnis.

Tipp: Sie sollten am besten Platz für 2+ Mini-Solar-Module haben. Achten Sie auf das Zubehör für Monate und Anschluss. Mindestens sollten Anschlusskabel, Stecker und Aufständerung mit Gummis und Modulhalterungen zu den Modulen mit Wechselrichter enthalten sein.

Je höher die Strompreise 2022, 2023 steigen, umso größer wird die Ersparnis der Stecker-Solaranlage auf dem Balkon.

Wofür eignet sich eine Mini-Solaranlage im Garten(haus) oder auf dem Balkon?

Mini-Solaranlage für Garten oder Balkon

Der Sonnen-Strom durch das die Balkon-Solaranlage wird durch einen Wechselrichter in gewöhnlichen Haushaltsstrom umgewandelt und in den Stromkreis der Wohnung eingespeist. Somit können dann Geräte wie Fernseher, Kühlschrank oder Waschmaschine durch den selbst produzierten Solar-Strom betrieben werden und die Strommenge, die aus dem allgemeinen Stromnetz bezogen wird, wird gesenkt.

Wo ist der beste Platz, um die Anlage zu montieren?

  • Die Anlage sollte mit den Paneelen Richtung Süden ausgerichtet sein, um die Sonneneinstrahlung maximal zu nutzen.
  • Eine Neigung der Anlage zwischen 20 und 30 Grad ist optimal.
  • Die Solaranlage sollte möglichst nicht im Schatten von benachbarten Gebäuden oder Bäumen montiert werden – wichtig: die tägliche Veränderung des Sonnenstandes beachten! Das kostet relativ viel Leistung.

Was muss man als Mieter bei der Installation beachten?

Grundsätzlich sollte man vor Aufbau der Mini-Solaranlage den Hauseigentümer um seine Zustimmung fragen. Denn dieser trägt die Verantwortung, dass die Nachbarn nicht durch die Anlage beeinträchtigt werden, beispielsweise durch Blendung oder Verschattung.

Was ist ein Stecker-Solargerät und wie funktioniert es?

Stecker-Solargeräte sind Solarmodule bis zu 600 Watt Leistung mit einem Wechselrichter, die an den Stromkreis im Haushalt angeschlossen werden. Standard-Solarmodule weisen meist eine Leistung von 350 bis 380 Watt auf, kleinere Solarmodule haben meist 50 bis 150 Watt Leistung – hiervon können 2 bis 4 Module an den Wechselrichter angeschlossen werden.

Die Einrichtung solcher Stecker-Anlagen – oft auch Mini-Solaranlagen, Plug & Play-Solaranlagen oder Balkonmodule genannt – ist einfach. Etwas handwerkliches Geschick und ggf. eine zweite Person als Halte- oder Tragehilfe reichen.
Im Kern reicht es, wenn man die Mini-Solaranlage in eine vorhandene Steckdose steckt. Aufwändig ist an sich nur die stabile Montage in passender Ausrichtung.
Der Solar-Strom aus dem Balkonkraftwerk fließt dann beispielsweise in die Steckdose am Balkon oder im Garten und von dort zu den Haushaltsgeräten, die an anderen Steckdosen eingestöpselt sind.
Dadurch zählt der Stromzähler langsamer und es wird folglich weniger Strom aus dem öffentlichen Stromnetz bezogen.

Was muss man der Installation eines Stecker-Solargeräts beachten?

Grundsätzlich können solche Mini-Solaranlagen für den Balkon oder Garten ganz einfach selbst installiert werden, auch eine Baugenehmigung wird nicht vorausgesetzt. Es sollte aber immer eine Elektrofachkraft prüfen, ob nicht beispielsweise Sicherungen angepasst werden müssen. Sonst besteht ggf. Brandgefahr wegen Überlastung.

Wichtig: nach Installation der Solaranlage müssen der Netzbetreiber und die Bundesnetzagentur über die Inbetriebnahme – unabhängig von der Watt-Leistung der Anlage – informiert werden, bei Anlagen über 600 Watt Leistung muss ein Elektriker hinzugezogen werden. Rechtlich handelt es sich um einen „Parallelbetrieb der Stromerzeugungseinrichtung mit anderen Stromquellen einschließlich einem Stromverteilungsnetz“.

Der „Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.“ bietet ein normkonformes Formular zur Anmeldung der Solaranlage als Download an. Es sind einige Felder, aber das ist mit etwas Geduld machbar.

Bei Mini-Solargeräten für Balkon und Garten wird meist auch auf die EEG-Einspeisevergütung verzichtet. Bis 2023 schreibt das EEG vor, ein Balkonkraftwerk bis 25 Kilowatt dürfe maximal 70 % des produzierten Stroms in das Stromnetz einspeisen. Das gilt also formal auch für Mini-Solaranlagen, wobei das unter Experten umstritten ist. Das könnte eine Strafzahlung zur Folge haben. Da man in der Regel ständige Verbraucher wie Kühlschrank usw. versorgt, sollte das in der Praxis überschaubar bleiben, dennoch sollte man diese Regelung kennen.

Quellen, weiterführende Links

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